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Es gibt Hoffnung …

oder: Warum eine Fußball-WM tatsächlich Zeichen setzt.

Ein etwas anderes Resümee (Duden sagt, ich müsse da ein „ü“ und zwei „e“ schreiben, um die roten Wellenlinien darunter wegzubekommen, meine persönlichen Befindlichkeiten spielten da angeblich keinerlei Rolle).

Vorab schon mal eine Warnung: Der Artikel wird etwas länger!

Aber mal ehrlich: Ich habe jetzt so lange meine Klappe gehalten, dann darf ich doch endlich auch mal wieder etwas weiter ausholen!

Aaaaaalsoooo …

An all die Klugscheißer und hämisch feixenden (Hinterher-)Besserwisser da draußen: Ich habe meinen WM-Boykott erst abgebrochen, nachdem ich von den ersten Ergebnissen gelesen hatte:
Spanien – Kap Verde 0:0, Katar – Schweiz 1:1, Australien – Türkei 2:0 …

Das klang irgendwie vielversprechend.

Also habe ich mich dann doch eingeklinkt. Rein aus Neugierde. Einfach mal so. Und hab mich von Experten (alles ehemalige Weltmeister oder gutausgebildete Fußball-Journalisten) auf den neusten (Sach?-)Verstand bringen lassen.

Deutschland hatte mittlerweile im Auftaktspiel dieser Fachwelt zufolge seine vollkommen berechtigten Titelansprüche mit dem höchsten WM-Sieg aller Zeiten (was war eigentlich damals in Brasilien?) untermauert.

Allerdings gab es da auch die üblichen, altbekannten Grantler: Curaçao wäre angeblich kein wirklicher Maßstab gewesen!

So ein Quatsch! Ehrlich! Wir waren wieder wer! Angekommen im inner-circle der Favoriten.

Dass es dann etwas anders kam, als von manch einem Kommentator erwartet, überraschte denn folgerichtig auch nicht jeden. Bemerkenswert allerdings fand ich dann doch, dass ich mir bei Oliver Schmidts Abgesang auf den deutschen Fußball den guten alten Marcel Reif zurückgewünscht habe. Man habe all die Fehler, die man schon seit Jahrzehnten gemacht hatte, mit einem nicht gegebenen Elfmeter im EM-Viertelfinale kaschiert und die eklatanten Schwächen des deutschen Fußballs viel zu lange ignoriert! (zur Erinnerung: Spanien wurde danach Europameister und hatte das Viertelfinale 2024 gegen Deutschland erst kurz darauf durch ein Tor entschieden, das es wahrscheinlich mit dem gegebenen Elfmeter nie gegeben hätte: https://www.sportschau.de/fussball/uefa-euro-2024/cucurella-ueber-handspiel-bei-em-dachte-war-es,cucurella-112.html )
Zum Zeitpunkt seines Wehklagens stand es noch 1:1. Seiner Ansicht nach eben viel zu wenig gegen einen Fußballzwerg wie Paraguay (okay, die hatte in der WM-Qualifikation bereits den amtierenden Weltmeister Argentinien und auch Brasilien geschlagen, aber wen interessiert das schon, wenn man am Mikrofon mal so richtig austeilen darf?).
Jäh unterbrochen wurde sein Lamento dann allerdings von einem Tor in der Verlängerung, das irgendwie wohl nicht regulär war – warum erschließt sich der Fachwelt auf unterschiedlichste Weise. Jedenfalls hatte Herr Schmidt nun einen neuen Sündenbock, bzw. eine Sündenziege, denn die VAR war eine Dame.

Egal. Das Ergebnis zählt: Deutschland war raus. Ein Skandal. Der Trainer muss weg,! Sofort! Da war sich die Fachwelt einig.

Okay, auch Frankreich tat sich kurz darauf nicht ganz so leicht mit dem körperlich sehr engagierten 5-4-1 der Mittelamerikaner. Ein Feldtor blieb unseren Nachbarn versagt, sie gewannen das Achtelfinale durch einen späten Elfmeter.

Was wollen uns diese Worte jetzt sagen?

Nein, auch ich bin der Überzeugung, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft momentan nicht zu den besten vier gehört. Aber bei der Qualität der anderen Mannschaften ist das absolut nicht das Drama, das man hierzulande daraus macht.

Die Welt hat sich verändert. Es gibt keine Fußballzwerge mehr – die Arroganz, zu behaupten, ein nicht gegebenes Tor gegen Paraguay dürfe nicht spielentscheidend sein, übertrifft jene, die diese Leute unseren Kickern vorwerfen, um Längen. Diese sogenannten Zwerge verfügen über international etablierte Fußballer und haben längst gelernt, sich strategisch klug und diszipliniert gegen die vermeintlich Großen zur Wehr zu setzen.

Den Trainer wegen dieses Ausscheidens zu entlassen ist in etwa genauso weitsichtig, wie neue Gaskraftwerke gegen den Klimawandel zu bauen. Spätestens ein Spiel danach wäre man auf Frankreich getroffen. Glaubt eigentlich irgendjemand, dass wir tatsächlich noch viel weitergekommen wären?

Vielleicht sollten wir einfach nur lernen zu akzeptieren, dass sich die Welt verändert, um ein Teil davon zu werden, der noch Einfluss auf diese Veränderungen nehmen kann.

Mit Spanien hat diese WM eine Mannschaft gewonnen, die verstanden hat, dass man im Kollektiv am erfolgreichsten ist. Kollektiv bedeutet nämlich nicht Gleichmacherei, wie es die neoliberale Erzählung so gerne kolportiert. Es bedeutet, dass wirkliche Größe heißt, sich auch dann für andere einzubringen, wenn man richtig gut ist. Und zwar, ohne sich einen individuellen Vorteil davon zu erwarten. Einfach, weil es ein richtig geiles Gefühl ist, in einer Mannschaft zu spielen, in der dieses Prinzip wirklich alle verinnerlicht haben und so jeder etwas davon hat – auch das Publikum.

DAS macht mir Hoffnung.

KI – die neue Verheißung …

oder doch die gefährlichste Lüge aus Silicon Valley?

Nachdem mein Physiotherapeut und politischer Berater mir von seinen Ängsten erzählt hatte, dass wir bald Sklaven von Maschinen und Robotern sein werden, habe ich mich als SABTA (sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit)-geschulter Medienhalbprofi dazu entschlossen, nach langer Zeit mal wieder meinen Senf dazuzugeben, um wie immer noch mehr Verwirrung  in einem zwischen Euphorie und Dystopie schwankenden allgemeinen Diskurs zu stiften.

Apropos allgemein – da sind wir dann schon an einem ganz wichtigen Punkt, der auch schon den guten Herrn  Einstein in Erklärungsnöte gebracht hatte. Denn seine spezifische Relativitätstheorie hatte – um es einmal mit den einfachen Worten eines linksgrünversifften Aktivisten auszudrücken – im Bezug auf ebensolches System  doch noch einige Schwächen (ihr wisst schon: Im Grunde bewegt sich der Mann in der Rakete genauso schnell von dem Mann auf der Erde weg, wie umgekehrt – also so wird das nix mit dem Jungbrunnen „Marsexpedition“, Herr Musk! Sie sollten sich vielleicht besser einfrieren lassen – am besten sofort, dann sind sie noch jünger, wenn jemand sie auftaut. Wenn …)
Albert ließ sich damals jedoch nicht beeindrucken und entwickelte daraufhin in jahrelanger schweißtreibender Heimarbeit die allgemeine Relativitätstheorie, die bis heute Grundlage aller Forschung geblieben ist (übrigens auch des Teils, der sie widerlegt).

Anders sieht es bei den Jungs von Big Data aus. Die unterscheiden nämlich nicht so gerne zwischen ihrer generativen KI, die eigentlich nichts anderes ist als eine mit Unmengen von Daten gefütterte Wahrscheinlichkeitsrechnung, (für deren Rechnerleistung man den Herren erlaubt hat, neue, eigene Atomkraftwerke zu bauen) und der allgemeinen KI (AGI), die eigenes Wissen nicht verfeinert, sondern erweitert und neues Wissen schafft. Die gibt es jedoch so noch nicht und wird es sobald auch nicht geben.

Generative KI, die jetzt in aller Munde ist, und Menschen ersetzen soll, kann nichts, was neu wäre. Punkt!
Sie berechnet nach von Menschen geschaffener Datenlage lediglich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens möglicher Kombinationen von Buchstaben. Ob das, was dabei herauskommt, richtig oder falsch ist, weiß sie nicht, behauptet es aber (–> SABTA, ich weiß, wovon ich rede!).
Nur die AGI (artificial generell intelligence) wird dereinst einmal in der Lage sein, eigene Lösungen zu entwickeln und nicht irgendwelche Buchstabenkombinationen quantitativ nach ihrem vorkommen zu bewerten, um sie dann ohne jede semantische Kontrolle aneinanderzufügen. Wann das sein wird, steht in den Sternen. Die augenblicklichen Algorithmen sind dafür komplett ungeeignet, und das wissen natürlich auch die Herren von Big Data.

Daher nutzen Sie ihr teuer entwickeltes Lieblingsspielzeug für  Kreislaufgeschäfte – circular deals – , um einerseits Umsatz für die Börsennotierung zu generieren, andererseits vor allem aber eine Unmenge nutzloser Daten. Die sind nämlich der Treibstoff für die weitere Verbreitung der KI-Lüge. Denn eines kann die generative KI wirklich gut (ihr wisst schon => SABTA): sich selbst bestätigen. Momentan sind noch 45% aller KI-generierten Auskünfte falsch oder fehlerhaft. Tendenz steigend, weil fehlerhafte Informationen nun einmal noch mehr fehlerhafte Informationen erzeugen werden. Kontrolle lehnen die Global Player von Big Data, oder auch Putin und China natürlich ab, denn die „kleinen Abweichungen“, von dem, was wir einmal als Wahrheit kannten, sind durchaus gewollt und ein wichtiges Steuerungsinstrument geworden. Sie entscheiden, was wahr ist, indem sie Lügen so intensiv verbreiten lassen, dass sie eben öfter gelesen werden als die Wahrheit, und damit werden sie von deren Lesern auch wieder weiterverbreitet. Zuckerbergs Algorithmen belohnen nachweislich Antworten, die das System stützen und möglichst auch gleich Schuldige für die Unzufriedenheit der Leute, die sie lesen müssen, mitliefern. Generative AI macht alles möglich, zum Beispiel auch Deep Fakes, die vom Original bald nur noch von anderer generativen KI zu unterscheiden sein werden.

Doch das Verfeinern von Grafik- oder anderen Mustern ist keine neu gewonnene Erkenntnis, sondern ein von Menschen angelernter Algorithmus, der mit zunehmender Rechnerleistung und Datenmenge eben immer genauer wird. Generative KI hilft uns, alles, was wir ohnehin schon glauben zu wissen, immer tiefer zu verfeinern, sie bestätigt, was da ist – gerade deshalb wird sie keine Lösungen für den Klimawandel oder medizinische Revolutionen engwickeln können. Umdenken ist nicht in ihrer DNA. Dazu brauchts AGI, die ihre eigenen Prozesse optimiert, um die Daten, die sie benötigt, selbst zu kreieren und auf ihre Auswirkungen hin zu prüfen. Das klingt kompliziert. Ist es auch. Und darum auch nicht so schnell verfügbar, wie es und die Götter von Big Data gerne glauben lassen möchten.

 Bis dahin bleibt ihnen nur, die Lüge von einer generativen KI, die alles kann weiter zu verbreiten, und natürlich auch die Angst, die die Ungewissheit bei vielen auslöst.  Denn Angst lähmt.
Sobald die Menschheit nämlich realisiert, dass alles nur heiße Luft war, wird es Rauschen im Karton und die Börsenwerte aller, die auf die Lüge gesetzt haben, werden ins Bodenlose fallen. Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna hat wie viele Unternehmen übrigens seinen Fehler bereits eingesehen, und das System wieder auf Menschen umgestellt. Gerade versucht man, die Mitarbeiter zurückzuholen, die man im geradezu religiösen KI-Wahn wohl etwas zu früh entlassen hatte.

Noch hoffen die Herren über die Meinungsvielfalt darauf, dass die AGI entwickelt wird, bevor dieser Crash passiert.  Sie haben einen Deal mit der Zukunft, und wissen längst, dass sie sich verkalkuliert haben, es geht einfach nicht so schnell, wie ihre Utopisten angekündigt hatten. Sie spielen auf Zeit, in der Hoffnung, auch noch  bei der AGI die Kontrolle zu behalten.

Bemerkenswert ist die Chuzpe, mit der diese Leute vorgehen. Tante Gugel bietet uns schon seit geraumer Zeit ungefragt eine generative KI-Antwort auf unsere Anfragen an. Mal abgesehen von dem nicht selbst redigierten Wahrheitsgehalt – sie benutzen dafür Quellen von Spiegel, Zeit, Süddeutsche, die Ihnen ihre Maschine völlig kostenlos zur Verfügung stellt. Dadurch werden die Originalseiten von den Usern aber  nicht mehr aufgerufen, die unabhängige Presse verliert an Ranking und im letzten Jahr nachweislich Werbepartner und Abonnenten. Irgendwann werden sie sich dann so nicht mehr halten können und zum gefundenen Fressen für Leute wie Jeff Bezos oder Dr.  Döpfner. 

 Salman Rushdie hat in einem Zeit-Interview gesagt (noch gibt es die ja …), dass die Philosophie machtlos wird, wenn wir uns nicht mehr auf eine Wahrheit einigen können. Das wäre dann auch das Ende der Demokratie, die momentan ohnehin gerade dabei ist, ein Auslaufmodell zu werden.

In diesem Sinne … Frohe Ostern! Passt auf euch auf, es macht sonst keiner mehr …

Frohe Weihnachten!

Während der Tage auf Kreta in diesem Sommer hab ich von Guntram erfahren, dass sein damaliges Projekt „Stille Nacht“ namhafte deutsche Produzenten und Musiker nicht anfassen wollten, obwohl sie es – wie ich – alle sehr gut und beeindruckend fanden.
Selbst der selten um das ein oder andere publikumswirksame Skandälchen kaum verlegene Udo Jürgens fürchtete sich vor dem Shitstorm, den er damit lostreten könnte („Das kann man nicht machen!“).
Also hat sich Guntram 1995 dazu entschlossen, es selbst in die Hand zu nehmen, und hat es mit Michael Gerwien als Sänger auf eigene Kosten produziert (kann man übrigens unter http://shop.rock-requiem.de/ – wie viele andere tolle CDs und DVDs noch immer kaufen und auf YouTube ansehen, NACHDEM man selbstredend zuvor die CD gekauft hat!!). Neben dem Beifall der „üblichen Verdächtigen“, hagelte es auch jede Menge Kritik seitens aufrichtiger Christenmenschen, die eines ihrer ureigensten Weihnachtslieder durch die „Verunglimpfung des Textes“ in den Schmutz gezogen wähnten.
Bitte nicht falsch verstehen! Auch ich fühle mich den Werten meiner  christlich geprägten Erziehung noch immer verbunden – allerdings fehlt mir zusehends das Verständnis über den Umgang des selbsternannten Fachpersonals damit.
Zugegebenermaßen auch etwas desillusioniert von der Selbstverständlichkeit, mit der [ohn]machtpolitische Bündnisse das Versprechen neuer sozialökonomischer und umweltpolitischer Denkansätze in einem Sondierungspapier derart zur Unkenntlichkeit verstümmeln, dass sie Beifall von den erbittertsten Gegnern bekommen, habe ich mich dazu durchgerungen, ebenfalls meinen Beitrag zur neuen Mitte zu leisten.

Hier ist nun der mit besinnlichen Bildern illustrierte, unverfälschte Originaltext in sechs Strophen aus dem Jahr 1816 von Joseph Mohr.

Frohe Weihnachten allerseits!

Stille Nacht

entweihnacht – oder der leise Diebstahl Meiner Sprache

07.11.2020, Sachsen, Leipzig: Teilnehmer der Demonstration der Initiative ·Querdenken· rufen und gestikulieren mit ausgebreiteten Armen auf dem Augustusplatz. Einige tragen eine Nase-Mund-Bedeckung, andere nicht. An der Kundgebung gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen nehmen mehrere Tausend Menschen teil. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Man gewöhnt sich an vieles.  Auch an die Dummheit. Nach fast sechzig Jahren Lebenswirklichkeit und unzähligen Meditationsübungen in Stuhlkreisen hat man gelernt, mit dieser unappetitlichen Seite der Evolution seinen Frieden zu machen.

Was mich allerdings in den letzten Jahren zusehends irritiert, ist die Widerwärtigkeit, mit der eine Minderheit von Merkmalsträgern jener Ausprägung  unverhohlen einst wohlklingende Begriffe aus meinem Wortschatz derart mit Dreck bewirft,  dass  sie zumindest einen schalen Beigeschmack bekommen, bisweilen ein Zitieren jedoch auch unmöglich macht.

Wenn Menschen, die vor den Augen der Gesetzeshüter mit richterlicher Unterstützung unter dem Deckmantel des hohen Gutes der Demonstrationsfreiheit ungestraft Freiheiten in Anspruch nehmen, die weit jenseits des Erlaubten und für die Allgemeinheit eine dramatische Gefahr sind, und dabei wutentbrannt und lautstark „Freiheit“ für sich reklamieren , führen sie ein Wort ad absurdum, das mir bisweilen Gänsehaut ausgelöst hatte. Fürderhin werde ich wohl nicht umhinkommen, zweimal hinzusehen, wenn Menschenmengen dieses Wort skandieren.

Doch es geht noch besser: Eine überschaubare Gruppe von gerade mal 10.000 unzufriedenen Wutbürgern brüllt mit Schaum vor den Mund einen der denkwürdigsten Sätze der deutschen Geschichte.
„Wir sind das Volk!“, riefen einst hunderttausende von Menschen, die großer Teile ihrer Freiheit beraubt worden waren unter Lebensgefahr. Wohl wissend, dass sie sich in einem unsichtbaren Spalier von bis an die Zähne bewaffneten NVA-Leuten und Stasifunktionären bewegten, und im gruseligen Anblick von provisorisch aufgestellten Lazarettzelten, die die Verwundeten im Falle eines nicht unwahrscheinlichen Losschlagens der NVA hätten erstversorgen sollen.
Es wirkt geradezu grotesk, wenn  0,01 Prozent einer Bevölkerung, die in Frieden, Freiheit und Wohlstand lebt, diesen Satz für sich einvernehmen, während sie die an einem Galgen hängende Puppengestalt der Kanzlerin vor sich hertragen.

Jüngst kam nun ein neuer Begriff hinzu, den ich bislang für sehr bedeutend und positiv besetzt gehalten hatte.
Querdenker waren für mich Menschen mit einem kreativen, innovativen Gedankenansatz, der unsere Welt verbessern kann.
Wohlgemerkt: Ein Gedankenansatz, der sich bestenfalls unaufgeregt und sachlich dem wissenschaftlichen Diskurs stellt.

In den meisten Fällen wurden solche Gedankenansätze allerdings  schnell wieder verworfen, weil sie zu keiner wirklich praktikablen Lösung führen konnten.
In einigen wenigen Fällen jedoch, schlossen sich kluge Köpfe zusammen, um seinen solchen Ansatz zu Ende zu denken und Lösungen zu schaffen, die uns  weitergebracht haben.
Ein Querdenker, wie ich ihn kenne, sucht den Diskurs, um Synergien zu schaffen und Lehren aus ihnen zu ziehen. Sollte eine Idee nicht zu verwirklichen sein oder gar widerlegt werden, überwiegt die – vielleicht manchmal auch etwas enttäuschte – Einsicht. Keinesfalls jedoch würde ein Querdenker in meinem Sinne um Unterstützung an den rechten und linken  Rändern der Gesellschaft, bei Verschwörungstheoretikern und Aluhutträgern buhlen (In diesem Zusammenhang spricht man dann wohl eher von Querköpfen und Quertreibern). Denn Gedankenexperimente brauchen weder Öffentlichkeit noch Mehrheiten,  sie werden nicht besser, je öfters man sie wiederholt. Sie brauchen kluge Köpfe, die sie zu Ende denken oder widerlegen können. Beides bringt uns weiter.

Leider musste ich beim Lesen eines Artikels aus dem Jahr 2016 nun bei mir selbst feststellen, dass ein einst sehr positiv besetzter Begriff bei mi inzwischen unterschwellig Unbehagen auslöste.
Eine verirrte, in Summe kaum wahrnehmbare, nach gestern denkende Minderheit ohne jeden Lösungsansatz und in Teilen gewaltbereit hat mit ihrem vollkommen wissenschaftsfernen Bauchgefühl mittlerweile dafür gesorgt, dass inzwischen auch dieser wichtige Begriff auf meinem persönlichen, unterbewussten Index gelandet ist.

Und so ringe ich, angekommen im letzten Quartal meines Lebens, das erste Mal nicht nach sondern um Worte.

Während mir eine um finanzielle Abstriche fürchtende Meute hemmungsloser Egoisten eine Utopie nach der anderen vergällt, stehen auf der anderen Seite LinguistI(!)nnen, die mir genderneutral meinen Mohren wegnehmen wollen (wobei mir noch immer niemand sagen kann, was nun aus Karl Mohr in Schillers RäuberInnen werden wird?).

Ein Abschied in Wehmut:

Mach’s gut, alter Mohr, adieu Querdenker,  eine letzte tiefe Verbeugung vor all jenem Teil unseres Volkes , der mit seinem mutigen und doch friedlichen Dagegenhalten einen  nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, das Bild der Deutschen in der Welt ein wenig  zu aufzupäppeln und

Lebe wohl Freiheit, die ich meine, und die in so vielen Teilen dieser Erde eben eben leider keine Selbstverständlichkeit ist, die man für seine egoistischen Zwecke mit Füßen treten dürfte.

 

Anmerkung der Red. : Wir, von ahof.de sehen uns als objektiver Betrachter des Zeitgeschehens, ohne jegliche politische Einflussnahme!  Zu Dokumentationszwecken veröffentlichten wir ausnahmsweise diesen Artikel dieses linksgrünversifften Exredakteurs, den wir selbstverständlich mit sofortiger Wirkung freigestellt haben.
Sollten sich einzelne Leser unserer beliebten Postille durch Inhalt dieser Schmähschrift in ihren persönlichen oder religiösen Gefühlen gestört gefühlt haben, bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung!

Die Redaktion 


Erdogan stabilisiert Demokratie in der Türkei

Wie aus seriösen Quellen berichtet wird, will Recep Tayyip Erdogan mit weiteren Säuberungsaktionen gegen die 46,8 % Terroristen, die vergangenen Sonntag mit „hayir“  gestimmt haben, vorgehen.

„Wie soll unser Führer eine stabile Demokratie aufbauen, wenn fast die Hälfte der Bevölkerung gegen ihn stimmt?“, fragte sein Sprecher Ibrahim Kalim  und unterstrich dabei die rosige Zukunft der Türkei, die sie ihrem Heilsbringer zu verdanken habe: „Die Arbeitslosigkeit wird nach der Errichtung neuer Gefängnisse für die Inhaftierung der 46,8% PKK-nahen Staatsfeinde unter 0% sinken! Mit dieser Zahl ist die Türkei weltweit führend!“

Der amerikanische Präsident Donald Trump, der es sich nicht nehmen ließ, seinem türkischen Kollegen am Montag zu seinem deutlichen Wahlsieg zu gratulieren, äußerte sich allerdings skeptisch: „Ich bezweifle, dass die Türkei mit dieser „<0%-Strategie“ wirklich eine Führungspsoition einnehmen wird: Wir arbeiten mit Nachdruck daran, diese Zahl zu unterbieten!“

Wir von ahof.de sind gespannt, welches Präsidialsystem sich durchsetzen wird. Wie wir aus gut unterrischteten Kreisen erfahren durften, hat das US-Amerikanische Stattsoberhaupt sich das türkische System bereits von seinem Stab erläutern lassen. „Die Vorzüge sind nicht von der Hand zu weisen.“, soll er einem seiner Berater anvertraut haben.